Nr. 9  -  September 2004  -  Herausgeber Heimatstube Freiheit

Vereine in Freiheit

Der Männer-Gesang-Verein

Im Wohnzimmer eines Freiheiter Einwohners wurde im Jahre 1862 –vermutlich bei einer Geburtstagsfeier- der MGV von sangesfreudigen Männern ins Leben gerufen. Zwei Jahre später wurde bereits die Fahne geweiht, die auch heute noch im Vereinsbesitz ist. Nach einer mündlichen Überlieferung sang der Verein als erstes Lied: „Erhab’ne Macht der Töne“ von J. Frech. In einem Protokoll vom 20.11.1887 steht, dass auf Antrag von C.Nolte die Mitgründer des Vereins Julius Beushausen, C.Helbing und L.Usbeck als Ehrenmitglieder aufgenommen werden. So hat es der Chorleiter Kurt Wipprecht  zum 100jährigen Bestehen des Vereins beschrieben. Als älteste schriftliche Urkunde des Vereins liegt von der Generalversammlung am 17. Dezember 1865 eine notariell beglaubigte Abschrift mit Bestimmungen   über das Vereinsvermögen vor.

Diese Abschrift haben 34 Mitglieder des Vereins unterschrieben. Am 08. Juni 1879 wurden zwei nach Amerika ausgewanderte Vereinsmitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt. Als Dank für die Ernennung stiftete einer der beiden, Wilhelm Nothdurft, dem Verein ein Abzeichen für den jeweiligen Präsidenten, das so genannte „Kleinod“, das auch heute noch vom 1. Vorsitzenden bei allen festlichen Anlässen getragen wird. 1897 hatte der Verein 125 Mitglieder, die musikalische Leitung des Vereins lag über 40 Jahre in den Händen von Herrn Klingebiel. 1904 bekam der Chormeister pro Abend 2,50 Mark. Von 43 Mitgliedern waren nach dem ersten Weltkrieg 34 erwerbslos und bekamen 2 Glas Bier vom Verein bezahlt. Nach dem 2.Weltkrieg begannen die Singstunden dann wieder im Dezember 1945 und sind bis heute immer Montags. Viele jüngere Mitglieder sind heute im Verein. Seit 1985 ist Wolfgang Wiedemann 1.Vorsitzender. 


Die alten Satzungen der Feuerwehr Freiheit

In einem Mitgliedsbuch der Freiwilligen Feuerwehr Freiheit, ausgestellt am 01. Januar 1935 vom damaligen Führer der Feuerwehr A. Borchers, kann man unter § 16 –Vertragsstrafen- in den Satzungen nachlesen, wie streng seiner Zeit das Fehlen oder Fernbleiben bei Einsätzen oder bei Uebungen ausgelegt wurde. Wer bei einer Uebung oder bei einem Brande selbstverschuldet zu spät erschien, der mußte eine Vertragsstrafe von 0,25 RM bezahlen. Noch teuerer wurde es bei nicht genehmigtem Fehlen bei einer Uebung. Bei einem Brande oder bei einer Versammlung –abgesehen von zwangsläufiger Behinderung- mußten 0,50 RM als Vertragsstrafe gezahlt werden. Der Löschführer war verpflichtet, in den vorgenannten Fällen den Tatbestand festzustellen. Die Entscheidung über die Ahndung von Verstößen gegen diese Satzung  oder die Dienstordnungen stand dem Wehrführer zu. Er war befugt a) eine Verwarnung zu erteilen, b) einen gelinden Verweis zu erteilen, c) einen strengen Verweis vor versammelter Mannschaft zu erteilen oder d) den vorläufigen sofortigen Ausschluß zu verfügen. Die Strafen c) und d) mußten in das Mitgliedsbuch eingetragen werden.

Erst bei einwandfreier Führung konnte die Eintragung nach Ablauf von 5 Jahren wieder gelöscht werden. Die zu zahlenden Vertragsstrafen gingen in die Kasse der Freiwilligen Feuerwehr. Wir haben diese Vertragsstrafen dem Mitgliedsbuch von Georg Merten entnommen, der 1935 in der Hauptstr. 92 wohnte. Georg Merten war am 06.11.1882 in Freiheit geboren und trat am 01.09.1917 in die Freiwillige Feuerwehr Freiheit als Feuerwehrmann ein. Am 06.02.1926 wurde er Zugführer. Erst am 25.07.1934 wurde Georg Merten Löschmeister und am 18.04.1935 wurde er zum stellvertretenden Führer der Freiwilligen Feuerwehr ernannt.


Die Landspritze

Die unten abgebildete Landspritze, die in Freiheit bei Bränden zum Einsatz kam und heute im Feuerwehrhaus an der Bleichestelle steht, wurde im Juli 1877 von der Firma Carl Metz in Heidelberg an die Gemeinde Freiheit bei Osterode geliefert und versah dort jahrelang ihren Dienst.


Aus der Arbeit des Ortsrates

Am 18.08.2004 fand die Ortsratssitzung des Ortsrates Freiheit statt. Zu dieser Sitzung war der neue Bürgermeister der Stadt Osterode, Klaus Becker, gekommen. Nachdem der Ortsrat über die vorliegenden Tagesordnungspunkte und Anträge diskutiert und beschlossen hatte, trug die Ortsbürgermeisterin Helga Steinemann einige Probleme, die den Ortsrat schon seit längerer Zeit beschäftigen, vor. Angesprochen wurde der Ankauf eines Grundstückes am Oberen Vogelherd, auf dem ein Waldkindergartenplatz, kein Waldkindergarten und auch kein Spielplatz für Kinder, eingerichtet werden sollte. Dieser Waldkindergartenplatz dient der pädagogischen Heranführung von Kindern an die Natur. Zu einer positiven Entscheidung   bei der Stadtverwaltung war es jedoch nie gekommen, obwohl die finanziellen Mittel im Ortsrat vorhanden waren. Klaus Becker ist grundsätzlich für eine solche Einrichtung, allerdings sind die Finanzen der Stadt derzeit so angespannt, dass zurzeit ein Ankauf eines Grundstücks nicht in Frage kommt.

Das zweite von der Ortsbürgermeisterin angesprochene Problem ist die Öffnung des Lerbaches im Bereich Tengelmann mit den davor befindlichen Grundstücken. Die Ortsbürgermeisterin führte aus, dass es nicht angehen kann, dass der Landkreis eine Öffnung des Baches veranlasst und dann Jahre später die Meinung vertritt, dass nun die Anlieger dafür zuständig seien, die Befestigung der Uferböschungen wieder in Ordnung zu bringen. Dann  die zwischen der Hauptstraße und dem Lerbach befindlichen Grundstücke. Hier sieht es aus, als wenn es sich um Trümmergrundstücke, wie sie gleich nach Krieg überall zu sehen waren, handelt. Es stürzen alte Kellerdecken ein, dadurch entstehen erhebliche Gefahrenstellen. Man kann sich nicht dahinter verstecken, indem man sagt, man wisse nicht, wen man bei einer so großen Erbengemeinschaft anschreiben solle. So kann es sicher nicht gehen. Schön wäre es sicherlich, wenn dieser Schandfleck im Zentrum des Ortsteils  bald beseitigt wird.

Die Böschung am Lerbach bei ehem. Tegelmann

Aktuelles

Am Unteren Vogelherd wurde damit begonnen, einen Bordstein an der rechten Seite zu setzen. Über Jahre hinweg war der hintere Bereich mit einer Feuchtverbunddecke versehen. Bei starken Regenfällen kam es dann immer wieder dazu, dass das Oberflächenwasser wegen der fehlenden Abfangung einfach auf die Grundstücke der Anwohner lief und dort Schäden verursachte. Diesen Umstand will man nun abändern. Auch soll eine neue Feuchtverbunddecke im hinteren Teil der Straße aufgebracht werden.

Wanderung des DRK Freiheit

Die Mitglieder der Turngruppe des DRK Freiheit waren am Sonnabend, 21.08.2004 zu einer Wanderung über den Eselplatz nach Lerbach eingeladen. Um 09.00 Uhr starteten die wanderfreudigen Mitglieder an der Schule. Auf dem Weg über den Hexenstieg trug sich die Wandergruppe in das Wanderbuch ein.

Hannelore Siegler und Christa Stieger beim Eintragen in das Buch. Rechts Gudrun Born.


Veranstaltungen:

St. Aegidien 04.09.2004, ab 10.00 Uhr ökumenischer Tag

SoVD 05.09.2004- 10.09.2004 Fahrt nach Rügen.

MTV11.09.2004 Wilhelm Oehlkers-Lauf.

Vogelliebhaber Farbenpracht 11.09.2004, ab 09.00 Uhr ab Alte Burg 1 Wanderung.

MTV 12.09.2004 Cross Duathlon.

St.Aegidien, 12.09.2004. 10.00 Uhr Gottesdienst zum Ehrenamt.

Vogelliebhaber Farbenpracht, 17.09.2004, 19.30 Uhr, Monatstreffen bei Steuerwald.

Schützenbrüderschaft, 18.09.2004, ab 15.00 Uhr, 8. Übungsschießen.

St.Aegidien, 18.09.2004, 15.00 Uhr Goldene Konfirmation.

Vogelliebhaber Farbenpracht 18.09.2004, Fahrt nach Walsrode zur Tagung.

St. Aegidien, 19.09.2004, 14.00 Uhr Goldene Konfirmation.

Heimatstube 21.09.2004, 19.30 Uhr, Treffen.

DRK Freiheit 25.09.2004, 11.00 Uhr Halbtagsfahrt ins Blaue.

St. Aegidien, 26.09.2004, Kunstmusik Herbst.

DRK Freiheit, 28.09.2004, 15.30 – 19.30 Uhr, Blutspenden.